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Keine einfache Aufgabe, doch dem neuen S60 sind in jeder Hinsicht wertvolle Gene eingepflanzt worden, die ihm helfen sollten, gegen andere Luxus-Liner zu bestehen. Dabei spielt das Styling eine besondere Rolle – Kunden entscheiden bekanntlich auch nach Bauchgefühl. In dieser Hinsicht punktet der neue S60 mit viel weicheren, fließenden Formen als der Vorgänger und der coupéhaften Dachlinie. Die Front des eleganten Viertürers wird vom markanten Gitter-Kühlergrill, dem dreigeteilten Lufteinlass und großen Scheinwerfern in Klarglasoptik dominiert. Das Heck gibt sich knackig kurz.
Der Innenraum bietet eine ausgesprochen angenehme Atmosphäre im eleganten, geschmackvollen Ambiente. Die Sitze bieten guten Seitenhalt, sind bequem und komfortabel, dabei auf keinen Fall zu weich. Ein neues Infotainment-System zeigt unter anderem Informationen von Navi, Mobiltelefon und Audioanlage auf einem Farbmonitor im oberen Teil der Mittelkonsole an. Eine Klimaautomatik ist Serie; darüber hinaus kann der S60 optional mit dem Interior Air Quality System (IAQS) ausgestattet werden, das Partikel und unangenehme Gerüche ausfiltert. Um noch besseren Klimakomfort bieten zu können, sorgt das System dafür, dass der Innenraum bei Öffnung der Türen per Fernbedienung automatisch belüftet wird, sobald die Außentemperatur zehn Grad Celsius übersteigt.
Zum praktischen Teil: Das 4,63 Meter lange Fahrzeug bietet fünf Personen ausreichend Platz. Selbst groß gewachsene Passagiere können mit der Beinfreiheit, die im Fond im Vergleich zum Vorgänger um 30 Millimeter vergrößert wurde, zufrieden sein. Die Kopffreiheit in der zweiten Reihe ist allerdings durch die fallende Dachlinie etwas eingeschränkt. Das Gepäckraum-Volumen ist mit 380 Litern – das sind 44 Liter weniger als beim Vorgänger – leider etwas gering für diese Klasse; es kann aber durch Umklappen der im Verhältnis 40/60 geteilten Rücksitzbank vergrößert werden. Die Laderaumöffnung ist jetzt 107 Millimeter breiter, was das Be- und Entladen erleichtert. Zahlreiche und vernünftig dimensionierte Ablagen helfen dabei, im Innenraum Ordnung zu halten.
Zum Verkaufsstart werden insgesamt vier Motoren angeboten – zwei Benziner und zwei Diesel, allesamt Direkteinspritzer. Einstiegsmotor ist zunächst der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 149 kW/203 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm. Seine Fahrleistungen sind schon beachtlich: die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h, der Sprint von Null auf 100 km/h wird in 10,2 Sekunden erledigt. Den Durchschnittsverbrauch gibt Volvo mit 7,9 Litern auf 100 Kilometern an. Aus dem Zusammenspiel von Aufladung, Direkteinspritzung und variabler Steuerung der Nockenwellen resultiert ein deutlich besserer Wirkungsgrad dieses Motors gegenüber dem größeren Vorgänger-Motor. Das bedeutet: Höhere Leistung und mehr Drehmoment, schon aus dem Keller, eines kompakteren und damit auch leichteren Motors bei gleichzeitig geringerem Kraftstoffverbrauch und niedrigeren Emissionen.
Top-Motor ist der 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbobenziner mit 224 kW/304 PS Leistung, der serienmäßig mit Allradantrieb und eine Sechsgang-Automatik ausgestattet ist. Er soll laut Hersteller 9,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Auf ersten Probefahrten über Stadt- und Ladstraßen sowie kurze Autobahnabschnitte zeigte das fahrzeugeigene Zählwerk allerdings 11,4 Liter an.
Die Renner in punkto Antrieb werden aber sicher die beiden kultivierten, leistungsstarken und sparsamen Selbstzünder sein. Das sieht man auch bei Volvo Deutschland so und rechnet damit, dass sich insgesamt mehr als 70 Prozent der Kunden für einen S60 Diesel entscheiden werden. Der 2,0-Liter-Diesel mit 120 kW/163 PS kommt nach Volvo-Angaben mit 5,2 Litern Diesel aus. Das 151 kW/ 205 PS starke 2,4-Liter-Triebwerk, das auch in Kombination mit Allradantrieb lieferbar ist, nimmt gerade mal 0,7 Liter mehr. Etwas später folgt ein 1,6-Liter-Selbstzünder mit 85 kW/115 PS, der lediglich 4,3 Liter Diesel je 100 Kilometer verbrauchen soll.
Die Sicherheits- und Komfortausstattung entspricht den bekanntermaßen hohen Ansprüchen des schwedischen Herstellers. Ab Werk sind schon sechs Airbags, ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, der Schleuderschutz DSTC sowie die Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten an Bord. Außerdem serienmäßig: die City-Safety-Technologie. Dabei ist ein Sensor an der Front in der Lage, andere Fahrzeuge aus Metall zu erkennen und den Fahrer bei Gefahr zu warnen. Das System soll im Stadtverkehr Auffahrunfälle verhindern oder – wenn das nicht mehr möglich ist – den Aufprall zumindest „abfedern“. Das funktioniert bis Tempo 30.
Eine Weltneuheit ist das Fußgänger-Erkennungs-System, das Volvo im S60 für 1700 Euro extra anbietet. Ist das Fahrzeug bis zu einer Geschwindigkeit von 35 km/h unterwegs, kann das System Fußgänger erkennen, die plötzlich auf die Fahrbahn treten, sogleich den Fahrer warnen und automatisch eine Vollbremsung einleiten, wenn der Fahrer selbst nicht schnell genug reagiert. Das System funktioniert allerdings zunächst nur bei Tageslicht, stellt aber dennoch eine gute Hilfe im Notfall dar. Die Verantwortung aber, das muss man ganz deutlich sagen, trägt immer der Fahrer. Übrigens: Dieses neue System ist von einer internationalen Jury gerade mit dem Plus X Award in der Kategorie Innovation ausgezeichnet worden und trägt nun den Titel „Bestes Produkt des Jahres 2010“.
Bleibt noch, etwas zum Fahrgefühl zu sagen: Der S 60 gefiel sowohl beim Sitzkomfort – man hat das Gefühl, in einem Oberklasse-Modell zu sitzen – als auch beim Fahrkomfort. Volvo hat ein dynamisches Fahrwerk entwickelt, das einen guten Kompromiss von Komfort und Sportlichkeit zulässt. Die Lenkung arbeitet sehr direkt, der Sechsgang-Handschalter wie geschmiert. Ruhiges Reisen auch bei hohen Geschwindigkeiten, aber auch sportliches Kurvenjagen sind für den neuen S60 keine Hürden.
EMB