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Saab feiert 60-j?hriges Jubil?um
Seltenes Nordlicht

Die Svenska Aeroplan AB (Saab), mit dem Bau von Flugzeugen erfolgreiches, am 20. Mai 1937 gegründetes Unternehmen entwickelte ab 1945 einen interessanten Fronttriebler nach DKW-Vorbild mit Zweitaktmotor.



Ende 1949 lief die Serienfertigung des aerodynamischen Saab 92 an, Erfolge im Motorsport machten das Produkt weit bekannt. Unter anderem wurde 1964 die Rallye Monte Carlo gewonnen: mit Erik Carlsson im Saab 96. Entsprechend entwickelte sich auch ein aufblühendes Export-Geschäft. Saab bemühte sich um ein Höchstmaß an Sicherheit und Rostvorsorge, stilistisch lag man jedoch eher im Bereich der Außenseiter. Erst 1966 begann der Umstieg auf Viertaktmotoren von Ford und Standard/Triumph. Spätere Modelle heißen Saab 99, 900, 9000, 9-3, 9-5. Seit den 90er Jahren ist Saab in gemeinsamem Besitz von Saab-Scania und der General Motors Corporation Europe. Die Verbindung zu GM brachte der Marke jedoch keine sehr viel weiter reichenden Verkaufserfolge. In Deutschland ist Saab nur etwas für Individualisten - trotz oder wegen der von Opel entlehnten Technik. Im Juni 2005 feierte Saab das viermillionste hergestellte Auto, ein 9-3 SportCombi. Im Bild eine Studie, die ein würdiger Sonett-Nachfolger sein könnte – nur bauen müssten ihn die Schweden.

Saab 93, 93 b und GT 750

Weniger radikal und etwas reifer wirkte gegenüber seinem älteren Bruder, dem Saab 92, der 1955 nachgelegte Typ 93. Dafür war weniger die nun überarbeitete Karosserie verantwortlich als der deutlich leistungsstärkere neue Dreizylinder-Zweitaktmotor unter der rundlichen Fronthaube. Der holte aus knapp 750 ccm immerhin 33 und später im GT 750 sogar bis zu 55 PS. Für gute Spurhaltung sorgte die neue hintere Starrachse, die sich auch im Rallyesport als vorteilhaft erweisen sollte, wo sich Saabs Aerodynamik-Ei von Beginn an mit exzellenten Ergebnissen profilieren konnte. Von dieser frühen Saab-Serie ist natürlich das auch in der Ausstattung aufgewertete GT-Modell für den Oldie-Freund am interessantesten. Insgesamt wurden zwischen 1955 und 1962 gut 52 000 Wagen gebaut.

 

Saab 95, 96 und GT 850

Als nächste Entwicklungsstufe lancierten die Schweden dann im Jahr 1960 den Saab 96 mit zwar immer noch typisch geformtem, aber deutlich gestrafftem und vergrößertem Karosseriekörper. Damit bot er mehr Platz für die Passagiere und deren Gepäck. Gleichzeitig hatte man dem Dreizylinder-Zweitakter einen Hubraumzuschlag von 100 cm³ gegönnt, der sich in einer auf 38 PS gesteigerten Leistung des Grundmodells niederschlug. Besser noch konnte es die Sport- oder auch GT 850 genannte Power-Version mit 52 PS und Frischölschmierung, die 1962 auf den Markt kam. Fünf Jahre später kam dann die große Überraschung: Wer wollte, konnte seinen Saab auch mit dem rauen V4-Motor aus dem Ford 12 M bekommen - das war zwar keine besonders verlockende Option, aber immerhin passte der Motor charakterlich sehr gut zum eigenwilligen Saab 96. Die Kennziffer 95 bezeichnet die Kombi-Version. Zwischen 1960 und 1980 stellte Saab über 547 000 Fahrzeuge dieser Modellreihe her.

 

Saab 99

Im Jahr 1968 vollzog Saab dann den entscheidenden Schritt ins Zentrum der Mittelklasse. Der neue 99 zeigte sich technisch wie optisch auf der Höhe der Zeit, verfügte über einen von Triumph adaptierten ohc-Reihenvierzylinder mit gut 1,7 Liter Hubraum, eine Vierrad-Scheibenbremsanlage sowie eine Karosserie mit zahlreichen durchdachten Details. Ein hohes Maß an passiver Sicherheit, ein Thema, das Saab in den folgenden Jahren weiter konsequent verfolgte, wurde besonders vom amerikanischen Markt gefordert. Nicht zuletzt sorgte der hohe Qualitätsstandard des 99 für den bis heute anhaltenden Erfolg des Baumusters. Alte 99er finden sich durchaus schon auf dem Klassikermarkt, deren Wert als alltagstaugliche Oldies ist aber bislang noch nicht richtig zur Kenntnis genommen worden.

 

99 Turbo

Mehr Renommée hat der Saab 99 Turbo. Mangels eines größeren und leistungsstärkeren Motors entschied sich Saab dafür, dem bekannten und mittlerweile knapp zwei Liter großen Vierzylinder einen der damals langsam in Mode kommenden Turbolader zu verpassen. Als Resultat zerrten stramme 145 PS an den Vorderrädern, gefolgt von einer Menge prestigeträchtiger Schlagzeilen, die man sich als Großserienpionier der seinerzeit noch sehr heiklen Turbotechnik auch redlich verdient hatte. Sportlich angehaucht, basierte die Ausstattung des Turbo auf der des bisherigen Spitzenmodells EMS und umfasste auch so nette Beigaben wie Lederlenkrad, Drehzahlmesser und Leichtmetallfelgen. Ein recht voluminöser Frontspoiler rundete das Äußere des 190 km/h schnellen Wagens ab. Die zwischen 1978 und 1982 gebauten Fahrzeuge sind in gutem Originalzustand recht selten geworden.

 

Sonett II

Nicht alles am Sonett II war so lyrisch wie seine interessant geformte Kunststoff-Karosserie auf dem robusten Kastenrahmen - der zunächst eingebaute, quäkende Zweitaktmotor, aber auch der später eingeführte Ford-V4 sowie die unerquickliche Lenkradschaltung zählten sicherlich eher zu den prosaischen Aspekten des hübsch anzuschauenden und maximal 160 km/h schnellen Zweisitzers. Leider zeigten die Amerikaner, auf deren Autokonsum Saab sein 60, später 65 PS starkes Coupé abgestimmt zu haben glaubte, dem Sonett II zumeist die kalte Schulter, entsprechend niedrig blieben die Produktionsstückzahlen (258 Zweitakter, 1510 mit Viertaktmotor). Wenn heute noch vereinzelt Fahrzeuge dieser zwischen 1966 und 1970 gebauten Coupés zum Verkauf gelangen, dürfte es sich dennoch überwiegend um US-Reimporte handeln.

 

Sonett III

Mit dem 1970 eingeführten Saab Sonett III gelang es der Firma schließlich doch noch, jenseits des großen Teiches zu reüssieren. Als unerläßlich hatte sich hierzu ein vom Italiener Sergio Coggiola besorgtes, tief greifendes Facelift der Kunststoff-Karosserie erwiesen. Der neue Sonett zeigte bei unverändertem Radstand einen mächtigen vorderen Überhang mit den Saab-typischen, wuchtigen Sicherheitsstoßstangen und ein etwas härter konturiert erscheinendes Heck mit kleinerem Fenster. Im Interieur bestimmte nach wie vor sportliche Kargheit das Bild, zu der eine Knüppelschaltung nun stilecht passte. Wer allerdings hoffte, die lange Motorhaube verberge nun ein angenehmeres Antriebsaggregat als zuvor, der sah sich getäuscht. Unverändert rumorte der alte Ford-V4 vor sich hin und strafte das sportliche Outfit des Coupés Lügen: Mit 65 PS aus 1,5 Litern Hubraum erreichte er immerhin 160 km/h Höchstgeschwindigkeit. Nach fast 8400 gebauten Exemplaren wurde das Modell 1974 eingestellt.
LD

Hier ein paar der aktuellen Saab Modelle

 
 
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